Chetumal - San Miguel de Allende - Die Reiseseite von Doris und Herbie

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Chetumal - San Miguel de Allende

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Chetumal – San Miguel de Allende 01.03.2025 – 31.03.2025

 
Auf dieser Seite des Rio Hondo werden wir am ersten Gebäude angehalten. Haben Sie Früchte und Gemüse bei sich? Ja, haben wir. Tja, das muss alles entweder gegessen oder weggeworfen werden. Herbert muss nach hinten, und die Tür öffnen. Er beginnt dem Beamten Äpfel, Bananen, Knoblauch in die Hand zu beigen. Ohjeh, das braucht einen Müllbeutel. Er kehrt mit dem Beutel zurück und die Früchte wandern rein. Es wird diskutiert über unsere getrockneten Chillies. Ja, diese auch. Zum Glück versteht Herbert die Worte Fleisch, Käse, Nüsse nicht. Wir verspeisen noch ein paar Äpfel und dürfen dann fahren. Bei der Passkontrolle versucht der Beamte zu erklären, wir hätten den Zettel falsch ausgefüllt. Unsere Adresse könne nicht in der Schweiz sein, wenn wir hier in Mexiko temporäre Residenz haben. Doch natürlich ist unsere ständige Adresse in der Schweiz. Er glaubt dies am Schluss und stempelt uns ein. Wir können fahren. Unser erster Stopp ist im Chedraui. Der erste Grosseinkauf seit Antigua ist überfällig.
Im Yax Ha Resort in Calderitas bekommen wir einen schönen Platz unter Palmen direkt am Meer. Es weht eine angenehme Brise und wir geniessen unsere Ankunft in Mexiko.
Wir sind schon das zweite Mal hier und trotzdem noch nie im Zentrum von Chetumal. Das holen wir heute nach und verbinden es mit einem Einkauf bei Sam’s Club. Pekan Nüsse, Parmesan und Feta in der Grosspackung, und noch ein gekochtes Hähnchen fürs Znacht.
Die Innenstadt von Chetumal, das wissen wir jetzt muss man nicht unbedingt gesehen haben. Auf einem Streifzug durch das Zentrum von Calderitas stellen wir fest, dass man auch dies nicht unbedingt gesehen haben muss. Der Aussichtsturm ist geschlossen, und die Restaurant-Meile eine einzige Baustelle. Doch es geht etwas. Es ist überfällig, doch es scheint, als werde das Dorf richtig aufgehübscht.
Nach einem erneuten Grosseinkauf bei Walmart machen wir uns auf den langen Weg an die uns bisher unbekannte Küste nördlich von Veracruz. Es gibt immer noch viele Baustellen vom Maya-Tren und wir kommen schlecht voran. Doch auch auf dieser Strecke sieht man, wie in die Region investiert wird. Zumindest dort wo der Maya Tren eine Haltestelle hat, werden die Dörfer renoviert. Hoffentlich verhilft der Tourismus dieser Gegend zu einem Aufschwung. Ein genauerer Blick auf die Karte und das Navi zeigt, dass wir das angepeilte Etappenziel nicht erreichen. Allerdings ist mit einer kleinen Routenänderung ein vielversprechender Campingplatz in der Nähe von Isla Aguada erreichbar. Kurz entschlossen biegen wir ab. Der Platz des Kanadiers ist an einer traumhaften Lage, aber weit ab von allem. Da wir gut aufgestockt haben, blieben wir gleich vier Tage an diesem wunderschönen Strand und unsere Hauptbeschäftigung besteht darin, im türkisfarbenen Meer zu baden und den braunen Pelikanen bei ihren waghalsigen Sturzflügen beim Fischfang zuzusehen. Oft haben wir Gesellschaft von der schwarzweiss gefleckten Vaca, dem Hund des Besitzers. Nachdem die Vorräte aufgebraucht sind, suchen wir uns als nächstes Etappenziel die Stadt Coatzacoalcos aus. Von unserem letzten Besuch wissen wir noch, dass es eine Industriestadt mit vielen Einkaufsmöglichkeiten ist. IOverlander verrät uns auch, dass man auf dem Walmart Parkplatz gut übernachten kann. Das ist ideal. Da wir vorankommen wollen, kommt nur die bezahlbare Strasse in Frage. Normaler- und korrekterweise bezahlen wir immer den gleichen Preis wie ein Auto. Heute, zum ersten Mal in den fast vier Jahren auf mexikanischen Autobahnen, treffen wir auf eine übereifrige Frau am Schalter. Wir müssen den Preis für Lastwagen bezahlen. Sicher nicht, no Senora, es un auto. Sie fragt einen Kollegen und der behauptet das Gleiche. Das ist Anweisung von ganz oben, sagt er. So ein Quatsch, wir sind seit immer ein Auto, und kein Lastwagen. Nun, hier nicht. Gut ist es eine relativ günstige Zahlstelle, und wegen umgerechnet vier Franken wollen wir keinen Aufstand machen. Also zahlen wir den doppelten Preis und fahren weiter. Um viele Pesos ärmer erreichen wir die merkwürdige Stadt erst gegen Abend. Der Aussenparkplatz vom Walmart ist fast leer. Zum Glück ist es nicht so heiss, und einer Übernachtung hier steht nichts im Weg. Wieder füllen wir die Vorräte auf und verbringen eine ruhige Nacht. Idealerweise gibt es gleich nebenan ein Starbucks und pünktlich um 7:30 Uhr stehen wir dort auf der Matte. Unsere Kaffee Präferenz Espresso und Espresso Cortado ist nicht die Kernkompetenz dieser Kette. Umso erstaunter ist Herbert, der hier immer den Bestellvorgang erledigen muss, als nach seiner Erklärung, dass er ein Espresso ohne Milch und ein Espresso mit ganz wenig Milch haben möchte, gefragt wird, ober er ein Espresso Cortado meine. Genau! Als die Bestellung bereitgestellt ist, machen wir lange Gesichter. Der Espresso Cortado wird in einem bis zum Rand mit Milch aufgefüllten einzweitel Liter Becher serviert. Ob dies ein Cortado sei, frage ich nach. Asi es, versucht er mich scheinheilig und wider besseren Wissens abzuspeisen. Normalmente ist ein Cortado aber sehr sehr sehr viel kleiner, wage ich zu widersprechen. Na gut, er nimmt mir den Becher aus der Hand, kippt die Brühe aus und macht nochmals einen doppelten Espresso mit nur noch halb so viel Milch. Jetzt lässt er sich trinken. Starbucks ist wirklich nur eine Notlösung für uns. Weiter geht es auf der Bezahlstrasse an die Costa Esmeralda, zu unserem nächsten Zwischenziel. Martin, der Schweizer und sein Hotel / Camping Coco Loco. Unsere Freunde Gabi und Roland und Jila und Walter haben so oft von diesem Ort gesprochen, das müssen wir uns selber ansehen. Wir stehen unter Kokospalmen, wenige Schritte vom Strand entfernt. Martin ist ein ganz lieber, und ein bisschen verrückter Kerl. Es ist sehr lustig und unterhaltsam. Einzig die, gemäss Gabi hoffentlich renovierten sanitären Anlagen sind, wahrscheinlich seit drei Jahren weder geputzt noch renoviert worden. Zwei WC Abteile, eine Pendeltür, zwei Duschen Abteile und ein Vorhang an einer Holzstange, den man entweder vor die eine oder die andere Kabine hängen kann. Es gesellen sich Heike und Dieter zu uns, und wir haben es sehr gemütlich zusammen. Martin lädt uns gegen Abend zu einer kleinen Tour nach San Rafael ein. Er führt uns zu einer versteckten Hängebrücke inmitten einer riesigen Bananenplantage, in ein kleines beschauliches Dorf und schliesslich in die Eisdiele, wo er sein wohlverdientes Eis spendiert bekommt. Zum Abschluss besuchen wir noch seinen Sohn Erik an seinem Food Truck und geniessen herrliche Tacos mit Pulled Pork. Wirklich ein sehr gelungener Ausflug in bester Gesellschaft. Herzlichen Dank.
Ein langes Wochenende steht vor der Tür. Casitas und auch Martins Hotel erwachen aus dem Dornröschen Schlaf. Wenn die Mexikaner alle zum Strand fahren, wird es Zeit sich in Berge zurückzuziehen. Ganz ehrlich gesagt haben wir auch ein bisschen genug von diesem feucht heissen Klima und freuen uns auf etwas kühlere Nächte. Wir decken uns in Casitas am Samstag-Markt noch mit frischem Obst und Gemüse ein und fahren die kurze Etappe bis Papantla, bzw. El Tajin. Etwa einen Kilometer vor der Ausgrabungsstätte sehen wir Zelte, die über die Strasse aufgestellt wurden, und eine Menschenansammlung. Die Fahrzeuge vor uns wenden. Es gibt kein Durchkommen. Auf der linken Seite ist der riesige Parkplatz vom Themenpark der Totonaken, leer. Wir erfragen uns vom jungen Mann, der die Schranke bewacht, was hier los sei. Offenbar haben die Parkbesitzer den Angestellten die Gehälter nicht bezahlt. Wir können hier parkieren und auf der anderen Seite der Blockade ein Taxi zu der Ruinenstadt El Tajin nehmen. Wir haben Glück. Gerade als wir eintreffen, fängt die Show der Voladores de Papantla an.

https://tierrasmayas.com/voladores-de-papantla/
 
Das ist nichts für schwache Nerven oder Höhenangst. Diese Darbietung ist sehr eindrucksvoll.
 
https://de.wikipedia.org/wiki/El_Taj%C3%ADn
 
https://de.wikipedia.org/wiki/Papantla
 
Trotz der Mittagshitze machen wir uns auf den Weg zu den Tempeln der Ruinenstadt. Es ist ein langes Wochenende und sehr heiss. Dank der Hitze hat es wahrscheinlich nicht allzu viele Besucher und wir können die Bauwerke sehr entspannt geniessen.
 
Als Übernachtungsplatz haben wir uns den Parque Ecologico Xanath ausgesucht. Der Platz wurde uns von unseren australischen Freunden Dexter und Vera empfohlen. Auf dem Parkplatz stehen zwei Reisebusse und eine Gruppe von Jugendlichen ist auf der Führung mit Luis. Es geht hauptsächlich um die Vanille. Wir dürfen uns der Gruppe anschliessen und bekommen das eine oder andere aus den Erklärungen von Luis mit. Das Fazit ist, dass die Kolonialherren woher auch immer sie kamen, die Vanillepflanzen, eine Orchideenart zwar gestohlen, aber vergessen haben, auch die entsprechende Biene zur Bestäubung mitzunehmen. Aus diesem Grund müssen nun auf Madagaskar, wo der grösste Teil der Vanille heutzutage herkommt, die Pflanzen von Menschenhand bestäubt werden. Doch auf hier auf Xanath muss für den kommerziellen Anbau manuell bestäubt werden.
Abgesehen vom Geschrei der Montezuma Stirnvögel verbringen wir eine ruhige Nacht auf der Farm.
 
https://de.wikipedia.org/wiki/Montezumastirnvogel
 
Luis ist ein sehr lieber und gesprächiger Kerl, und wir geniessen am Sonntagvormittag eine Privatführung, auf der wir lernen, wie sich die Vanillepflanze mit und ohne menschliches Eingreifen vermehrt. Für uns war es eine neue Erkenntnis, dass Vanille ursprünglich aus Mexiko stammt. Da wir für die Führung nichts bezahlen müssen, kaufen wir Luis noch einige Vanillestangen ab.
Gegen Mittag machen wir uns auf den Weg zu den Dos Mundos Wasserfällen. Wir haben etwa drei Stunden zu fahren. Das letzte Stück zu den Fällen ist schlecht beschildert, die Navigationssysteme sind unterschiedlicher Meinung und verweisen auf inexistente Strassen. Wir fragen uns durch und erreichen schliesslich das Ziel für heute. Der Parkplatz, der gleichzeitig als Camping dient ist voll. Wir machen die kleine Wanderung auf der Grenze der Staaten Puebla und Hidalgo, die den Fällen wohl auch ihren Namen gibt. Mehr als die Wanderung sind die ZIP Lines ein Anziehungspunkt für das junge mexikanische Publikum, das hier das lange Wochenende geniesst. Gegen Abend wird es auf über 2000müM empfindlich kalt. Aber auf das haben wir uns ja gefreut.
Das letzte Stück bis San Miguel de Allende führt über gute Strassen und wir kommen flott voran. Kurz vor San Miguel erspähen wir noch ein Auto Lavado. Unser Auto hat ganz dringend eine Wäsche nötig und auch verdient. Er ist salzig und überall klebt noch der Lehm von unserem Ausflug nach Lamanai.
Auf dem Camping/Tennisplatz von Hans Weber, wo wir glücklicherweise reserviert haben, erwartet und «ein volles Haus». Wir sind zum achten Mal hier und noch nie war der Platz so voll. Quebec ist stark vertreten. Auch die Tennisplätze sind gut gebucht. Regelmässig ab 7 Uhr fliegen die Bälle über die Netze, und von allen Seiten ertönen freudige «Nice shot», «oh what a shot» Rufe.
Wir geniessen das Bummeln durch die schöne Stadt, die gemütlichen Restaurants und das feilgebotene Kunsthandwerk.
Der Camper benötigt noch einen Ölwechsel und eine Motoren- und Unterbodenreinigung. Vom letzten Jahr kennen wir eine gute Adresse ganz in der Nähe. Wir bekommen gleich für Mittwoch einen Termin. Der fröhliche Mexikaner, der sich uns annimmt erledigt alles sehr gewissenhaft, und während der Reinigung singt er aus voller Kehle mit, was aus dem Radio ertönt.
Heute Samstag sind wir eingeladen. Ein Schweizer, der zum Tennis spielen hierherkommt, hat die SO-Nummernschilder gesehen und uns angesprochen. Er hat etwa 10 Kilometer ausserhalb von Miguel ein Anwesen, erhöht mit Blick auf die Lagune. Unser Uber-Fahrer ist der Verzweiflung nahe, weil sein Uber-Navi die richtige Strasse nicht im System hat. So fahren wir einen Mordsumweg über holprige enge Strässchen. Das Anwesen ist tatsächlich sehr eindrucksvoll. Interessant ist auch die Besichtigung des Ateliers. Heinz und seine Frau sind Künstler und das Atelier wird auch von Touristengruppen besucht.
 
https://www.couleurs-dailleurs.ch/
 
Obwohl der Uber-Fahrer versichert hat, dass man sich von hier draussen auch abholen lassen kann, erweist sich dies als Fehlinformation. Glücklicherweise erklärt Heinz sich bereit, uns bis zum City Market mitzunehmen. Die restliche Strecke zum Campingplatz können wir locker zu Fuss machen.
Der Sonntag ist ein guter Tag für einen Besuch in der Fabrica Aurora.
 
https://fabricalaaurora.com/
 
Im ehemaligen Fabrikareal der Textilfabrik sind nun Kunstgalerien und Designer untergebracht. Es gibt unterschiedlichste Werke zu betrachten und natürlich auch zu kaufen. Auf dem Weg zur Fabrica entdecken wir ein neues Quartier und eine kleine Bäckerei. Das Brot ist noch besser als in unserer Stammbäckerei El Maple.
 
Unser «Internet Projekt» ist in vollem Gang. Die Verkabelung des WiFi Verstärkers muss erneuert werden, und die Starlink Installation einerseits auf dem Dach und für den Outdoor Gebraucht muss gemacht werden. Dazu benötigen wir einiges an Material, welches von Amazon kommt. Hans Weber, der Campingplatzbesitzer erlaubt erstaunlicherweise, dass wir das Paket hierhin schicken lassen dürfen. Zusätzliches Material müssen wir bei Steren holen. Somit ist der Montag schon verplant. Es ist ein ausgiebiger Spaziergang entlang der Hauptstrasse, und später durch kleine steile Gässchen wieder zurück zum Camping.
Die Tage in San Miguel vergehen wie im Flug. Wir durchstreifen die Kunstmärkte und Kunstgalerien, suchen uns neue Cafés und vollenden unser Internet Projekt.
Die Suche nach neuen Cafés ist geprägt von Enttäuschungen. Eine spezielle Erwähnung ist ein sehr schön und modern eingerichtetes Lokal namens «coffee» ergänzt mit irgendwelchen asiatischen Schriftzeichen. Wie gewohnt gehe ich an den Tresen und will bestellen. Wir sind die einzigen Gäste. Der junge Mann steht mir gegenüber und will allen Ernstes, dass ich meine zwei Cafecitos im Tablet, welches zwischen uns steht eintippe, und ihm per Email sende. Zur Sicherheit frage ich nach, ob es wirklich nicht möglich sei, die Getränke hier mündlich zu bestellen. Nein, bitte via Email, ist die Antwort. Nun, das ist uns zu dumm. Wir verlassen dieses Lokal auf Nimmerwiedersehen.
Unsere Nachbarn auf dem Camping, die wir schon vor zwei Jahren hier kennengelernt haben, gehen am Sonntagnachmittag an ein Konzert. Zu unserer grossen Freude dürfen wir während dieser Zeit auf ihre schon ein bisschen in die Jahre gekommenen Hündin Zappa aufpassen!
Dank unserer neuen Lieblingsbäckerei kommen wir alle drei Tage zu einem ausgedehnten Spaziergang und lernen neue Strassen und Quartiere kennen.
Die Situation auf dem Camping hat sich normalisiert. Statt dreizehn Camper sind wir nun noch zu fünft. Da zwei davon, inklusive wir, diese Woche abreisen organisiert Victoria ein gemeinsames Apéro.
Wir freuen uns auf die verbleibenden Tage in San Miguel und auf den anschliessenden Besuch der Hauptstadt.
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