Antigua - Zipolite - Die Reiseseite von Doris und Herbie

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Antigua - Zipolite

Aktuelle Reisen > 2025 Mexiko - Guatemala
Antigua – Zipolite 01.01.2026 – 16.02.2026

 
 
Unser Start ins neue Jahr war aufgrund einer neben dem Campingareal stattfindenden Party geprägt von unmotivierten Böllerschüssen, schlechter Musik und Gekreische bis in die frühen Morgenstunden. Entsprechend gemächlich verbringen wir den Neujahrstag im Café Portal und auf dem Vagamundo. Langsam rückt unser Abreisetag in greifbare Nähe. Leti wäscht nochmals für uns im Expressverfahren, damit alles schön trocken wird.
Am letzten Abend besuchen wir endlich den Busbahnhof und erfreuen uns an den wunderschön beleuchteten Bussen. Zum Abschluss der gemeinsamen Zeit mit Erika und Claude lassen wir uns in der Pizzeria La Familia verwöhnen.
Wir verabschieden uns von Antigua und fahren über Patzun Richtung Lago Atitlan. Auf diesem Weg vermeiden wir die berühmt berüchtigte Fahrt mit den steilen Haarnadelkurven. Wir stellen aber fest, dass die Strecke auch sehr anstrengend ist. Bei der Ortsdurchfahrt Santiago Atitlan im Schritttempo bemerke ich erstmals ein Pfeifen vorne rechts. Das ist nicht von uns, tönt es vom Fahrersitz. Schön wärs. Im Steilstück nach San Pablo hoch müssen wir hinter einem maximal überladenen Lastwagen fahren oder besser gesagt schleichen, und nun hört es auch Herbie. Es ist tatsächlich von uns. Sobald wir wieder etwas schneller fahren können, hört das Pfeifen auf. Trotzdem muss dies überprüft und korrigiert werden.
Angekommen in Pasajcap werden wir von einem ungewohnt schlecht gelaunten Pierre empfangen. Offenbar hatte er gerade etwas unangenehme und fordernde Campinggäste gehabt und musste zuerst seinem Unmut Luft machen.
Wir richten uns auf dem wunderschönen Platz ein und lassen uns durch diesen speziellen Empfang die Laune nicht verderben.
Ausser uns hat es noch die Dauercamper auf Platz Nummer 10 und ein grosser Lastwagen aus Deutschland. Das trifft sich gut, denn Uwe kann Herbie den Wagenheber leihen, damit er unser Vorderrad nochmals anschauen kann.
Die liebgewonnene Tradition vom morgendlichen Spaziergang zum käfele im Circles in San Marcos de Laguna nehmen wir sofort wieder auf.
Den ersten Bootsausflug unternehmen wir nach San Juan de Laguna, eines unserer Lieblingsdörfer am See. Bei schönstem Wetter wandern wir nach Jaibalito ins Indigo. Wir müssen auskundschaften, ob noch alles so gut ist wie in den letzten Jahren, denn nächste Woche wollen wir hier mit Claude und Erika essen gehen.
 
Dann ist es soweit. Mein 60. Geburtstag ist da. Ich wünsche mir einen ruhigen gemütlichen Tag, um mich an die neue Zahl zu gewöhnen. Das gelingt gut. Nach dem Café im Circles unternehmen wir eine kleine Wanderung zum Elephant Rock. Dies wurde uns von Schweizer Bekannten empfohlen, die jedes Jahr bei Pierre Urlaub machen.
Am Abend gibt es traditionsgemäss Pizza.
 
Claude und Erika kommen von ihrem Stellplatz in Panajachel mit dem Taxi Boot zu unserem «privaten» Anlegesteg in Pasajcap. Von hier aus unternehmen wir zu viert die Wanderung nach Jaibalito. Dort verwöhnen wir uns mit einem iranischen Mittagessen im Indigo. Kurzentschlossen ändern wir das Programm und wandern noch weiter bis Santa Cruz. Dort verabschieden wir uns und fahren mit den Taxibooten in entgegengesetzte Richtungen zurück zu unseren Campern.
 
Es fällt immer schwer, doch irgendwann muss man weiterziehen. Wir verlassen den Lago Atitlan, denn wir haben eine Mission.
Der guatemaltekische Nationalvogel, der Quetzal muss nun endlich gesichtet werden.
Wir steuern das Refugio Quetzal zum dritten Mal an, dieses Mal einen guten Monat später als sonst. Wir haben uns vorgängig bestätigen lassen, dass erste Vögel zur Vorbereitung der Nester im Nebelwald eingetroffen sind. Wir meistern die Switch Backs, die berüchtigten Haarnadelkurven vom Lago Atitlan zurück auf die Panamericana. Kurz vor 16:00 Uhr kommen wir im Refugio an, und machen uns im dichten Nebel auf, das Objekt der Begierde auf eigene Faust zu sichten. Der Erfolg bleibt aus. Claude und Erika hatten vor ein paar Tagen in den frühen Morgenstunden Erfolg, allerdings mit einem Guide. Das ist zwar nicht so unser Ding, doch was solls. Am frühen Morgen warten wir im Refugio auf das Eintreffen des Personals und heuern einen Guide an. Bevor es zum Vertragsabschluss kommt, wird uns lang und breit erklärt, dass es natürlich keine Garantie gibt, und man halt viel Geduld haben muss und natürlich die Chancen einer Sichtung mit dem Guide sehr viel höher sind als ohne. Alles klar, wir schlagen ein, und warten, bis der Guide sich aus den Pyjamahosen geschält und sich die Adventure-Guide-Bekleidung angezogen hat. Wir spazieren mit ihm bis zum uns bestens bekannten Picknickplatz und werden informiert, dass man nun hier ein bisschen abwarten muss. Während wir warten, setzt sich der Guide an einen Tisch und nimmt sein Frühstück ein. Um nicht zu unterkühlen, sagt er uns nach seiner Mahlzeit, laufen wir zum Wasserfall hoch. Wir sehen uns kurz um und machen uns auf den Weg zurück zum Picknickplatz. Es fällt uns auf, dass der Guide ständig am Handy hängt, und auf einmal eine gewisse Hektik aufkommt. Schnell schnell, sagt er, es ist einer da! Ein Angestellter von der Naturschutzbehörde, der jeden Tag im Park ist und nach dem Rechten schaut, hat ein Quetzal-Paar entdeckt. Mit ihm war unser Guide also die ganze Zeit in Kontakt. Wir eilen zurück zum Picknickplatz und können zusammen mit einer anderen Gruppe mit seriöser Fotoausrüstung ein Paar dabei beobachten, wie sie ihren Nistplatz vorbereiten. Wir entscheiden spontan, heute nicht mehr weiterzufahren und verbringen fast den ganzen Tag im Wald. Insgesamt sehen wir 5 verschiedene Vögel und sind sehr zufrieden. Dem nutzlosen Guide verzeihen wir. Der Angestellte der Naturschutzbehörde gibt uns viele Informationen und immer wieder Hinweise, wenn irgendwo ein Quetzal zu sehen ist. Ihm schenken wir ein Schweizer Sackmesser.
 
Nach über vier Jahren sind wir wieder in Tecun Uman am Grenzübergang nach Mexiko. Hier haben wir damals unser Visum für die Residencia Temporal beantragt und bekommen. Heute reise ich mit meiner Residencia Permanencia ein, und Herbie wieder als Tourist. Leider darf man mit einer Permanencia kein Fahrzeug mit ausländischem Kennzeichen fahren. Wie befürchtet geraten wir an schlecht gelaunte Beamte, und Herbert bekommt mit Müh und Not eine Aufenthaltsbewilligung für 100 Tage. Dies reicht aus mit ein bisschen Reserve bis zu unserem Flug in die Schweiz. Der Beamte, verstärkt durch eine Beamtin, verweigern die Begründung für die 100 Tage. Eigentlich wären 180 Tage normal. Unsere Frage wird mit eisernem Schweigen und bösen Blicken abgewürgt. Nun gut, da kann man nichts machen. Es reicht uns, und das ist die Hauptsache.
 
Zurück in Mexiko lassen uns die freundlichen Menschen den mürrischen Empfang schnell vergessen. Wir fahren zügig und kommen wie geplant gegen Abend in Puerto Arista an. José, ein vor ca. hundert Jahren ausgewanderter (jetzt zahnloser) Kanadier hat einen Stellplatz der bestimmt schon bessere Zeiten gesehen hat. Nach ersten Misstönen, weil wir John statt José sagen und den Preis von 400 Peso etwas überteuert finden, kommen wir gut zurecht, und haben einen angenehmen Aufenthalt.
 
Um Claude und Erika bei John und Hannele im Chuparosa Garden noch zu sehen, müssen wir nochmals Stecke machen. Daher kommt die Strassensperre der Bauern ziemlich ungelegen. Wir wurden schon vorgewarnt und wissen, dass wir für 100 Peso drei Kilogramm Sesam kaufen müssen, um freie Fahrt zu haben. Wir scherzen ein bisschen mit den Wegelagern, machen ein Foto und nehmen den Dreikilosack dankend in Empfang. Im nächsten Dorf schenken wir den Sack einer CocoFrio Verkäuferin und machen ihr damit eine grosse Freude.
 
Im Chuparosa Garden in der Bahia San Agustin verbringen wir einen gemütlichen Abend mit Claude und Erika. Die beiden reisen am Sonntag weiter. Wir planen etwa fünf Tage hier zu bleiben. Neil und Pat, ebenfalls langjährige Reisefreunde stehen bei Don Taco, nur ein paar Minuten zu Fuss entfernt. Natürlich besuchen wir die beiden und verbringen gemütliche Stunden zusammen. Aus den geplanten fünf Tagen werden fünfzehn. Doch mit den nicht bis kaum vorhandenen Einkaufsmöglichkeiten hier unten sind irgendwann Kühlschrank und Vorratskammer leer. Wir fahren nach Huatulco zum Einkaufen und dann weiter nach Zipolite, wo wir uns im Rancho los Mangos mit Simon verabredet haben.
Zipolite ist der einzige «Kleidung optional» Strand in Mexiko. Dies zieht die unterschiedlichsten Leute an. Es gibt viele nette Restaurants, zwei gute Bäckereien und alles ist ziemlich entspannt. Viele Reisende verbringen hier die angenehmen Wintermonate. Für uns gibt es diesmal neun Tage, bevor wir uns wieder auf den Weg nach Norden machen.
 
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